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Attachment Parenting: Bedürfnisorientierte Erziehung die Bindung schafft

Als ihr Kind geboren wurde und Marie sich kopfüber in die Rolle einer Mutter stürzen musste, handelte sie ganz instinktiv. Wenn ihr Baby weinte, nahm sie es auf den Arm und gab ihm Trost. Immer wieder, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Marie stillte es, wenn es Hunger hatte, trug es den ganzen Tag mit sich rum, schlief mit ihm zusammen in einem Bett, sie wickelte es sogar mit Stoffwindeln. All das tat Marie, weil es sich gut und richtig anfühlte. Irgendwann kam jedoch die große Erschöpfung. Und dann folgten die Ratschläge. Von allen Seiten kamen sie auf Marie eingeprasselt. „Lass es doch endlich mal schreien.“; „Ein Baby schreit nun mal. Das ist völlig normal. Das hat keinen Grund.“; „Du brauchst dein Baby nur alle vier Stunden stillen.“ „Du verwöhnst dein Baby.“ „Du ziehst dir einen kleinen Tyrannen heran.“ Marie war völlig überfordert, wurde hin- und hergerissen, zwischen ihrem Muttergefühl und den Ratschlägen der anderen. Also begann sie zu lesen und machte eine Entdeckung, die genau dem entsprach, was sie ohnehin schon tat, ganz ohne Erziehungsratgeber und zwar deshalb, weil es sich natürlich anfühlte: Attachment Parenting!

Bild: copyright/corbis/fuse
copyright/corbis/fuse

Die Geburt eines Kindes wirft unzählige Fragen auf. Die frisch gebackenen Eltern werden vor viele Herausforderungen gestellt und müssen mindestens genauso viele Entscheidungen treffen. Die, ohne Zweifel, gut gemeinten Ratschläge von Oma und Opa, Tante und Onkel machen das nicht gerade einfacher. Am besten ist es wohl, einfach auf sein instinktives Mutter-, oder Vatergefühl zu hören. Wer sich da lieber noch etwas belesen und informieren möchte, für den ist Attachment Parenting sicher eine gute Möglichkeit. Denn hierbei geht es darum, seinem natürlichen Gefühl zu folgen, eine sichere Bindung zwischen Eltern und Kind zu schaffen und die Bedürfnisse des Kindes zu befriedigen. Im Deutschen sagt man deshalb statt Attachment Parenting häufig bindungs- oder bedürfnisorientierte Erziehung.


Aufgebaut ist das Gerüst des Attachment Parenting auf sieben Pfeilern:


1. Die natürliche Geburt (sofern medizinisch möglich) und die Aufnahme des Körper- und Augenkontaktes zwischen Mutter und Kind direkt nach der Geburt

2. Das Stillen nach Bedarf

3. Das häufige Tragen des Babys am Körper (Tragetuch, Babytrage)

4. Dem Baby vertrauen: Wenn es schreit, gibt es eine Ursache dafür, ein Bedürfnis, das es zu erfüllen gilt

5. Das Schlafen im Familienbett und die daraus resultierende Geborgenheit

6. Keine Schlaftrainings anwenden (nicht schreien lassen)

7. Balance: Gut überlegen wann ein „Nein“ wirklich nötig ist


„Das ist aber eine ganze Menge Arbeit.“, werden viele denken. Richtig, das ist es! Es geht hier schließlich, um den größten Schatz, den Sie haben: Ihr Kind! Natürlich wollen alle Eltern das Beste für ihr Baby. Niemand handelt mit böser Absicht, auch dann nicht, wenn Babys schreien gelassen werden. Dahinter stecken häufig tief verwurzelte, falsche Annahmen und Erziehungsmythen, wie etwa: Das Schreien stärke die Lunge, das Kind lerne dadurch alleine einzuschlafen, es wirke sich positiv auf die Entwicklung aus etc. pp. All diese Annahmen sind mittlerweile mehrfach widerlegt worden! Genau das Gegenteil ist der Fall!


Ein Plädoyer gegen das Schreien lassen


Richtig, das Baby hört irgendwann tatsächlich auf zu schreien! Der Grund ist jedoch erschreckend: Das Kind gibt auf! Es kommt ja doch niemand, um seine Bedürfnisse zu erfüllen und es ist so erschöpft, von der kräftezerrenden Handlung des Schreiens, dass es schlicht und ergreifend aufgibt. Die Folgen dessen sind noch erschreckender: Das Schreien lassen wirkt sich negativ auf das Selbstbewusstsein des Kindes aus. Denn, es kann mit seiner Stimme nichts erreichen. Das hat es nun gelernt und diese furchtbare Gewissheit setzt sich im Unterbewusstsein des kleinen Kindes fest.


Zurück zu dem erhöhten Arbeitsaufkommen, das man als Eltern hat, wenn man auf die Bedürfnisse seines Kindes eingeht. Liebe Eltern, es lohnt sich! Der Verdienst dessen ist mehr als erstrebenswert! Nicht nur, sorgen Mama und Papa so für eine innige Bindung zum eigenen Spross, sie ebnen ihm auch den Weg und ziehen einen selbstbewussten, offenen, empathischen, kleinen Menschen heran, der auf die Liebe und auf den sicheren Hafen bei seinen Eltern zählen kann. Denken Sie immer daran: Kleine Kinder ahmen alles nach, was sie sehen und was ihnen selbst widerfährt. Sie werden zu dem, was ihre Eltern aus und mit ihnen machen.


Die Familie wächst zusammen


Was die totale Erschöpfung anbelangt, die angeblich auf Attachment Parenting-Eltern lauert: Hier kommt die richtige Balance ins Spiel. Selbstverständlich müssen Mama und Papa auch an sich denken und ihre Bedürfnisse erkennen. Dazu zählt das altbewährte Schlafen, wenn das Kind schläft oder das Ausruhen, wann immer es möglich ist, ebenso wie das Genießen gemeinsamer Kuschelmomente, das zusammen Toben und Spielen. Das Ganze sollte nicht als Pflichtprogramm gesehen werden, sondern als Bereicherung. Eure Familie wächst daran.


Selbstverständlich können die Bausteine des Attachment Parenting auch als eine Sammlung von Möglichkeiten betrachtet werden, aus denen man wählen kann. Jeder einzelne Punkt dessen tut dem Kind gut. Wie eingangs gesagt, sollte man jedoch auf sein Gefühl hören und nur das wählen, womit man sich wohlfühlt. Letztlich profitiert das Kind nur davon, wenn seine Eltern auch tatsächlich dahinter stehen.



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